Operating Agreement für die Single-Member-LLC
Was typischerweise rein gehört, warum Banken danach fragen — und warum es auch bei nur einem Member sinnvoll ist.
Kurzfassung: Viele DACH-Gründer halten das Operating Agreement für Papierkram, den eine Ein-Personen-LLC nicht braucht. Spätestens bei der Kontoeröffnung kommt die Frage aber fast immer: Banken und Zahlungsanbieter wollen sehen, wem die LLC gehört und wer für sie handeln darf. Das Operating Agreement ist der interne Gesellschaftsvertrag deiner LLC und beantwortet genau das.
Was ist ein Operating Agreement?
- Interner Vertrag der LLC; er wird in der Regel nicht beim Bundesstaat eingereicht.
- Er regelt Eigentum (Member), Geschäftsführung (member-managed oder manager-managed), Einlagen und Gewinnverteilung.
- Er gilt auch bei nur einem Member — gerade dann dokumentiert er die Trennung zwischen dir und der Firma.
Warum es auch für Solo-Gründer sinnvoll ist
- Geschäftskonto: Viele Banken und Fintechs fragen das Dokument bei der Eröffnung ab.
- Trennung von Privat und Firma: Ein sauberes Dokument hilft, die LLC als eigenständige Einheit zu führen.
- Klarheit für den Ernstfall: Was passiert bei Krankheit, Tod oder Verkauf? Nachfolge und Vertretung lassen sich festhalten.
- Spätere Partner: Kommt ein zweiter Member dazu, gibt es schon eine Grundlage zum Anpassen.
Was typischerweise drinsteht (Checkliste)
- Name der LLC, Bundesstaat, Datum der Gründung
- Member mit Anteil (bei Single-Member: 100 %)
- Art der Geschäftsführung und wer unterschreiben darf
- Kapitaleinlage
- Regeln zu Gewinnverteilung und Entnahmen
- Aufnahme neuer Member, Übertragung von Anteilen
- Auflösung der LLC
- Unterschrift des Members
Häufige Fehler
- Vorlage aus dem Netz übernommen, aber Bundesstaat oder Namen nicht angepasst
- Widerspruch zu den Angaben in den Gründungsunterlagen (Articles of Organization) oder beim EIN-Antrag
- Dokument nie unterschrieben oder nicht griffbereit, wenn die Bank fragt
Was Formora bereitstellt
Formora organisiert die Einrichtung der US-LLC und stellt im Paketumfang unter anderem Formation-Dokumente und interne Vorlagen bereit — darunter ein Operating-Agreement-Template. Das ist eine organisatorische Vorlage, keine individuelle Rechtsberatung und kein Ersatz für eine anwaltliche Prüfung. Details zum Ablauf stehen bei So funktioniert's; Pakete und Preise bei Preise.
Für die Kontoeröffnung nach Formation und EIN hilft zusätzlich der Guide zum US-Geschäftskonto. Zur Reihenfolge nach der Gründung siehe die Checkliste und den EIN-Guide.
Häufige Fragen
Muss eine Single-Member-LLC ein Operating Agreement haben?
Ob ein schriftliches Operating Agreement in einem bestimmten Bundesstaat gesetzlich vorgeschrieben ist, hängt vom Staat ab. Viele Staaten verlangen kein Einreichen beim Secretary of State. Praktisch fragen Banken und Payment-Anbieter dennoch häufig danach — unabhängig davon, ob eine gesetzliche Pflicht besteht.
Muss das Operating Agreement beim Bundesstaat eingereicht werden?
In der Regel nein. Die Formation (Articles/Certificate) ist das amtliche Filing. Operating Agreement und Initial Resolutions sind häufig interne Organisationsdokumente — hilfreich für Ordnung und Bankenprozesse, aber nicht dasselbe wie das staatliche Filing.
Kann ich das Operating Agreement später ändern?
Ja, typischerweise durch eine schriftliche Änderung oder Neufassung, die der Member (oder die Member) unterschreibt. Inhalt und Form sollten zum Bundesstaat und zu deinen Gründungsunterlagen passen; bei wesentlichen Änderungen lohnt der Blick eines Anwalts.
Brauche ich es auf Englisch?
US-Banken und Behörden erwarten in der Praxis meist ein englischsprachiges Dokument. Eine deutsche Übersetzung kann intern helfen, ersetzt aber oft nicht die englische Version für den Antrag.